Märklin ICE 3770 entflackern

Das vom Decoder 6090 gewohnte Flackern der Beleuchtung tritt beim ICE 3770 ganz besonders unangenehm auf, da die gesamte Zugebeleuchtung mitflackert. Bei vielen Zwischenwagen oder sonstiger hoher Belastung des Boosters verschlimmert sich dieser Effekt leider noch.

Eine kleine Bastelei, die schnell mal am Feierabend erledigt werden kann, beseitigt dieses Manko. Wie allgemein üblich, kann auch ich keine Haftung für Schäden übernehmen, die beim Nachbau ggf. auftreten.

Ob diese Anleitung auch auf die „Schwestermodelle“ 3750, 37701 und 37712 anwendbar ist, kann ich mangels Kenntnis über das Innenleben dieser Modelle nicht sagen.

Die bei mir eingebaute Platine hat die Beschriftung “ ICE-DECODER 3770″ ohne Versionsstand auf der Oberseite, auf der Unterseite verrichtet ein 701.13 seine Arbeit. Zusätzlich zu den standardmäßig auch auf dem 6090-Dekoder vorhandenen Transistoren zur Ansteuerung der Beleuchtung ist auf diesem Decoder ein BD677 integriert, der die Zugbeleuchtung übernehmen soll. Da im Zug jedoch nur eine durchgehende Leitung für die Beleuchtung zur Verfügung steht (die andere verbindet den Decoder mit dem Schleifer im nicht angetriebenen Triebkopf), müsste also entweder das Elektronik-Plus-Potential über eine gesonderte Leitung durch den Zug geführt werden oder die „Sammelschiene“ des Zuges muss per Relais auf das ungefilterte Mittelleiterpotential gebracht werden. Ich habe mich für die zweite Variante entschieden.

Als Material wird benötigt ein Relais, eine Diode und ein paar cm Litze. Für das Relais habe ich ein FUJITSU-Minirelais 2A 1xUM 12V (Conrad 505161) genommen, das ist nur 10x10x5,5mm groß. Dazu noch als Freilaufdiode eine 1N4148.

Prizipiell soll die gemeinsame Rückleitung der Stirnbeleuchtung an das Plus-Potential der Decoder-Elekronik (orange Leitung bei den neuen Decodern) angeschlossen werden und die Zugebeleuchtung vom Relais übernommen werden (s. Schaltplan).

In der Realität sieht das wie folgt aus (Sicht auf die abgeschraubte Patine von unten):

Die orange Leitung wird versorgt von der aus den vier SMD-Dioden bestehenden Gleichrichterbaugruppe unten rechts. Auf der Platine ist reichlich Platz zum Löten, so dass dieser Anschluss auch nicht SMD-Profis gelingen sollte. Sie versorgt das Relais (mittlerer oranger Pfeil) und die von der Decoderplatine abgelötete braune Rückleitung der Stirnbeleuchtung (linker oranger Pfeil). Die Freilaufdiode ist direkt an das Relais gelötet, das wiederum mit einem Stück doppelseitigem Klebeband auf dem Lokrahmen sitzt (in der großen Aussparung in der Rahmenmitte wäre natürlich auch reichlich Platz, aber da kommt vielleicht noch mal ein Sound-Baustein mit Lautsprecher hin). Geschaltet wird das Relais mit der gelben Leitung (gelbe Pfeile), die auf der Oberseite des Decoders hinten rechts dort angelötet wurde, wo vorher die gelbe Leitung zur Kupplung angeschlossen war. Diese Leitung (rosa Pfeile) wird zum Schaltkontakt des Relais verlegt. Fehlt noch die hier schwarze Leitung (weiße Pfeile), die von der anderen Seite des Relaiskontakts zur Eingangsseite der Gleichrichtergruppe führt. Dort liegt immer das Potential des inaktiven (hinteren) Schleifers an.

Damit wird die „Fehlkonstruktion“ der Originalbaugruppe übernommen, die das Licht im Zug sowohl bei Entfall der Stromversorgung am vorderen Schleifer, als auch am hinteren Schleifer erlöschen lässt. Einmal, weil der Decoder keine Steuerspannung mehr liefert und einmal, weil kein Strom für die Versorgung zur Verfügung steht. Einziger Vorteil dieser Variante ist eine gleichmäßigere Verteilung des Stroms auf beide Schleifer. Leider kann man nicht einfach auf die andere Gleichrichterbaugruppe wechseln, da der BD677 bereits vom hinteren Scheifer versorgt wird und somit der Effekt der gleiche wäre.

Mich stört der beschriebene Effekt nicht so sehr, da ich digital ohne stromlose Abschnitte fahre. Wer Abhilfe braucht, muss wohl einen zusätzlichen Funktionsdekoder spendieren. Und dann bliebe noch das Problem, den nicht auf absolute Fahrtrichtungsbefehle reagierenden 701.13 mit einem neueren Decoder zu synchronisieren….

Wem die Zugbeleuchtung jetzt zu hell ist, der kann in die schwarze Leitung noch ein paar antiparallel geschaltete Dioden oder einen entsprechend dimensionierten Widerstand einschleifen.

Viel Spaß mit dem nun entflackerten ICE.

V1.2 by Harald Koch, 2002-05-02

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